Hat mich Ubuntu "gebauchpinselt" oder hat Debian einen an der Klatsche?


Moinsen.

Heute habe ich mal versucht, ein aktuelles Debian (Stretch) zu installieren. Es lief auch ziemlich geschmeidig ab. Bis auf die Wifi-Treiber meines Thinkpads. Die waren schnell gefunden, brauchten aber freilich root-Rechte zur Installation. Also ab aufs Terminal.

Das übliche "sudo ..." abzusetzen zu versuchen. WTF? "Sudo Befehl nicht gefunden". Häh? Kennt Debian kein Sudo? "apt-get install sudo" führt in eine Rekursion vom Feinsten: Um es installieren zu können, bräuchte ich eigentlich "sudo apt-get install sudo" #-(

Also "su root". "apt-get install sudo". Bitte legen Sie die CD ein? WTF²: Kein Online-Zugriff? Okay: CD eingelegt, installiert. Erster Versuch mit "sudo hassenichgesehen":

Da kommt jenes:

Wir gehen davon aus, dass der lokale Systemadministrator Ihnen die Regeln erklärt hat. Normalerweise läuft es auf drei Regeln hinaus:

#1) Respektieren Sie die Privatsphäre anderer.
#2) Denken Sie nach, bevor Sie tippen.
#3) Mit großer Macht kommt große Verantwortung.

OMMMMMH. AMEN. KONFUZIUS SPRACH? …? Oder was?

Beim nächsten Versuch:

User xxxx steht nicht in sudoers. Der Vorgang wird gemeldet.

DER VORGANG WIRD GEMELDET ??? An wen? An Tante Root? An Debian? Oder dem Wortlaut fast zu entnehmen: An die toitsche Obrigkeit? Oder gar an die Gestapo? Welches Kraut hat da Debian geraucht?

Nachtrag vom 16.10:

Dieses Glump kennt noch nicht einmal "shutdown": Befehl nicht gefunden. Da war ich wirklich ehrlich überrascht, daß zum Beispiel wenigstens "ls" funktionierte und "nmap" sich pflegeleicht nachinstallieren ließ. Was fürn Krüppel-Linux ist das denn?

Es beschleicht mich bald das Gefühl, Ubuntu hat anno 10.04 einen Großteil der debian-Bugs(?) soweit gefixt, daß es sich wenigstens wie ein Unix bedienen ließ. Was mir Debian dagegen jetzt auf den Teller legt ….

Kommentare

Diedrich Dein Verfolger Ehlerding meint:

Tja ... es wird nichts helfen ... und bestimmt wirst du mich wieder hassen: das Einzige, was dir hier helfen wird, ist: die manpages zu sudo und sudoers zu lesen. So sorry!

Debian verhält sich hier so wie eigentlich alle neueren Linux- und irgendwasanders-ix Versionen. Es ist in Solaris auch nicht anders ...

Statt "shutdown" wäre auch "init 0" bedenkenswert.
Montag 16 Oktober 20:40

Stalkerkiller meint:

Manpages lesen treibt diesem Debian die Arroganz aus? Manpages lesen sorgt dafür, daß IMNSHO grundlegende Unix-Befehle wie shutdown oder sudo nicht im Auslieferzustand vorhanden, sondern wohl nachinstalliert werden müssen?

Zudem habe ich beim Ubuntu dazu keine Manpages zu lesen benötigt (die ich eh nicht verstehe, Du weisst scho): Sudo war installiert, die sudoers selbstverständlich so eingerichtet, daß sudo auch wie vorgesehen klappt.

Wobei ich bei "shutdown" derweil weiter bin: Die Fehlermeldung "Befehl nicht gefunden" ist ganz einfach eine schon fast windowstypisch falsche. Mein Ubuntu meint dagegen korrekterweise sinngemäß "Sie brauchen Rootrechte, um diesen Befehl auszuführen".
Dienstag 17 Oktober 10:29

Stalkerkiller meint:

Und einnnn hab ich noch:

dmesg braucht plötzlich Rootrechte (wofür und seit wann das denn?) und gnome-terminal stürzt mit nem Segmentation Fault ab, wenn man es öfter als einmal per gksu aufruft.

Mister Manpage: In welcher Manpage fände ich den Grund für den Absturz?
Dienstag 17 Oktober 14:41

mitch meint:

Da hier keine Jahreszahlen stehen, kann es sein, dass ich jetzt auf einen uralten Beitrag antworte, aber sei es drum :)

Das Grundproblem ist, dass Du unter Ubuntu gelernt hast. Die haben sich vor ein paar Jahren mal ausgedacht, dass es keinen root-Account mehr gibt (bzw. dass er kein Passwort mehr bekommt und man sich nicht als der User anmelden soll), sondern stattdessen jedes Admin-Kommando einzeln per sudo aufgerufen wird. Keine Ahnung, ob das inzwischen auch schon andere Distributionen, die nicht auf Ubuntu aufbauen, übernommen haben.

Der normale, klassische Standard-Weg, den Unixe (und nicht nur Debian, sondern auch BSD und Konsorten) schon seit Jahrzehnten beschreiten, besteht darin, dass es einen root-Account mit User-ID 0 gibt, der ein Passwort hat und mit dem man sich ganz normal einloggt (nur möglichst nicht unter X ;-). Als root kann man alles, unter anderem auch "sudo" nachinstallieren, falls man es braucht. Braucht man halt im Normalfall nicht, weil man sich als root anmelden kann. Oder "su" benutzen kann, um root zu werden.

Dass Problem, unter Debian sudo zu brauchen, um sudo zu installieren, existiert also gar nicht. Dir hat Ubuntu nur Sachen anerzogen, die Dich außerhalb von Ubuntu nicht weiterbringen…
Freitag 19 Oktober 21:18

Ulrich Heidenreich meint:

Nuja: Ich bin Windows-Umsteiger und einiges, was Ubuntu da an Hirnschmalz reingeteckt hat, hat mir den Umstieg erleichtert. Zum Beispiel "sudo" hatte praktsiche Ähnlichkeit mit dwe Möglichkeit, unter Windows etwas mit Adminrechten auszuführen, ohne sich als Admin anmelden zu müssen.

Und das mit oh ne "sudo" halte ich inzwischen nicht für eine Linux-Selbstverständlichkeit, sondern eine debiantypische Installationseigenheit: Vergibt man bei Installation EIN Rootpasswort, wird sudo nicht installiert; vergibt man dagegen KEIN Rootpasswort, gibt's auch sudo.

Das mit der "falschen" Fehlermeldung, daß Debian ohne Rootrechte viele Befehle mit "Kommando nicht gefunden" abwatscht, hat sich inzwischen auch geklärt: Debian ist da strikter und hat /sbin, /usr/local/sbin und /usr/sbin nicht im Pfad des normalen Users; Ubuntu dagegen doch.

Außerdem stimmt "root kann alles" nicht. So darf er - für mich überraschenderweise - nicht auf .gvfs eines anderen Users zugreifen.

Ein ziemlich dorniger Weg für mich; unter Ubuntu war alles pflegeleichter …
Samstag 20 Oktober 09:04

Mein Kommentar

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