Teutsches Beamtenthum


Da flattert mir doch gerade ein Schrieb vom Zollamt Essen ins Haus, in dem man mir freundlich mitteilen wollte, das Zollamt hätte am Rosenmontag, den 12. Februar 2018 leider nicht geöffnet. Zumindest hätte eine Dienstleistungsbehörde es einem - immerhin steuerzahlendem - Bürger genauso freundlich mitteilen sollen.

Was kam stattdessen:



Dienstanweisung eines teutschen Beamtens an seinen vermeintlich Untergebenen: "Jawoll, Herr Dienstmann! Ich werde es beachten!!!"? Beamten-Diarrhö? …?

Nachtrag vom 13.02.

Auskunft des Zollamtes Essen, auf die Frage, warum die Sendung (20€ aus der Schweiz. Belege hatte ich wie gewünscht der Mailanfrage beigefügt) überhaupt "konfisziert" wurde:

"Ob eine Sendung zur Nachprüfung zum Binnenamt gesendet wird entscheiden die Kollegen vom Grenzamt. Wenn eine Ware beim Binnenamt vorliegt kann die Abfertigung nur vor Ort vorgenommen werden. Alternativ können sie die Deutsche Post AG beauftragen in ihren Namen die Zollabfertigung zu übernehmen. Hierfür erhebt die Deutsche Post AG eine Gebühr in Höhe von 28,50 EUR. Dafür müssten sie mir das ihren Anschreiben beigefügte Antragsformular vollständig ausgefüllt zukommen lassen. Die Abfertigung findet dann Zentral beim Zollamt Taucha IPZ Radefeld statt. "

Was lernt mich dieses Beamtenlatein nun? Was mögen die Kollegen vom Grenzamt entschieden haben? Wo liegt die Sendung nun: Im Grenz- oder Binnenamt? Ist das Zollamt Essen ein Grenz- oder Binnenamt? Liegt die Sendung dort oder im Taucha IPZ Radefeld? Muss ich der Post 28,50€ in den Rachen werfen, weil mir der Weg nach Radefeld zu teuer ist? Kann ich stattdessen einfach morgen zum Zollamt Essen fahren und das Zeug dort abholen? Warum überhaupt Verzollung? Taxi? Ägypten? Helgoland?

Nachtrag vom 14.02.

Nachdem mir dieser Beamtenheini keinerlei verwertbaren Auskünfte hat geben können, bin ich heute mal aufs Zollamt Essen. Dort traf ich auf eine hübsche, nette und freundliche Zollitesse, die mir sogar in Hochdeutsch (statt Beamtenlatein) erklärte, warum die Sendung bei ihr gelandet sei:

Schallplatte. Da würde oftmals Schindluder mit mehreren hundert Euro teuren Sammlerstücken getrieben, aber weitaus weniger deklariert. Deshalb will der Zoll da immer die Rechnung sehen.

Rechnung vorgelegt, eine formlose Unterschrift geleistet und der Kuchen war gegessen. Keine Nachverzollung. Keine Einfuhrumsatzsteuer. Keine Lagergebühr. Erfreulich "einfach so".

Der Kotzbrocken von "ZHS Bauchrowitz", mit dem ich per Mail beglückt wurde, sollte sich an der Dame mal eine Scheibe abschneiden: So geht man mit Bürgern um!

Kommentare

Noch keine Kommentare

Mein Kommentar

:

:
: